
Im Jahr 2004 hat die THEATERBRIGADE ihre Arbeit in Dresden aufgenommen. Seitdem sind viele Projekte gediehen. Hier ein Blick in unsere "Ateliers":
Von November 2006 bis April 2007 erarbeiteten wir mit
neun Jugendlichen - dem Jugendclub der Staatsoperette - eine
musikalische Commedia all'improwiso: "Krass ohne Boden. Eine
Soaperette." Hier eine Pressestimme:
Soap oder Operette?
Giftiges Stück "Krass ohne Boden" im
projekttheater
Nur allzu oft kann man die Beobachtung machen, dass Amateurtheater dann und
(fast) nur dann dem Publikum Spaß macht, wenn das Stück nicht gänzlich in
den Hände von Laien liegt, sondern wenn es unter professioneller Anleitung
entwickelt, eingeübt und geprobt wurde. Die Theaterpädagogen Antje Grüner
und Christian Schmidt
erarbeiteten zusammen mit Jugendlichen und
jungen Erwachsenen des
Theaterjugendclubs der Staatsoperette
Dresden die Soaperette ,sKrass
ohne Boden". Diese "Mischung aus
Soap, Opera und Operette ist ein Leckerbissen
auch und gerade für den intellektuellen
"Operettenmuffel". Sie hat nämlich mit einer Operette eher wenig am
Hut, vielmehr atmet das
kleine, böse Machwerk die Luft von Improvisationstheater
und Comedia dell'arte.
Die Schauspieler
tragen Masken, die drei
Viertel des Gesichtes bedecken und den
jeweiligen Darsteller auf eine Rolle
und einen Charakter hin festlegen.
So trägt der gemeine, rachsüchtige
Casimo eine giftgrüne Maske, und die
exaltierte Nachhilfelehrerin Madroschka
(Mirjam Kappler) ist gar in einen
Vogel verwandelt worden. Die Handlung ist chaotisch genug, um an Improvisationstheater zu erinnern: Der böse
Unternehmer Don Tortilla (Michael Köckeritz)
überredet seinen Sohn Helfried, sein
Cafe anzuzünden, damit er die Versicherungssumme kassiert. Dann entführt er den
Riecher
(Sandra Schreiber), der sogar winzige Ketchup-Flecken auf dem Hemd olfak-torisch wahrnehmen kann, um gemeinsam mit
der schonen Antoanett eine Parfümfabrik
aufzumachen. Doch der kleine
Helfried, der für jeden Schabernack zu haben ist, verrät seinen Vater,
und alle befreien gemeinsam den
bedauernswerten "Riechi". Das ganze Stück lebt von der Skurrilität der Masken, von Wortwitz und Situationskomik. Man baut Klischees auf, provoziert
Erwartungen beim Publikum im projekttheater,
doch die Klischees werden bald schon
gebrochen, und nie erfüllt sich eine Erwartung Vollständig. Man singt kleine Couplets, doch der Gesang hat nur eine Nebenrolle, auch was die Zeit betrifft,
die so
ein
"Stanzerl" im Gefüge der Soap-opera
einnimmt. Der Antoanett (Katerina
Herlova) fehlt ein wenig die nötige Stimme,
Hansnah (Auguste Sandner) singt zum
Steinerweichen, nämlich gesanglich
eher wenig geschult, aber schauspielerisch
überzeugend traurig, der Moderator
der "Reality Soap" (Sebastian Opitz) begleitet das skurrile Treiben sehr pointiert auf dem Keyboard. Schauspielerisch am besten sind Casimo (Annemarie Kadner), Helfried (Lisa Schirmer) und eben Hansnah.
Maja Förster als Marie-Sophie hat eine
Nebenrolle, die ihr leider nicht zu brillieren gestattet. Ein'kleines, giftiges Stück, das, so viele Wurzeln es
auch hat, sich jeder Konvention
entzieht. Weiter so! Thomas Fekl
Sonnabend / Sonntag,
16./17. Juni 2007
DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN
... seit April 2006 leiten wir das Seminar "Einführung in theaterpädagogisches Arbeiten" an der TU Dresden
... Antje Grüner erarbeitete in der Woche vom 13. bis zum 18. März 2006 ein Theaterstück mit den jungen Breakdancern Duc Huy Phung, Emir Ademi und Michel Fernandez. Organisator war Domino und der Ausländerrat Dresden e.V. Am 27. Februar war die umjubelte Uraufführung des Stückes "Drei Leben - ein Ziel" im Projekttheater.
... vom 14. bis 18. März 2006 gab es in Bischofswerda eine Literatur-Theater-Werkstatt. (Organisatoren: Jugendinitiative Bischofswerda und die LKJ Sachsen) Die jungen Literaten wurden von Undine Materni und die jungen Theatermacher von Christian Schmidt angeleitet. Die Aufführung der Projektergebnisse fand am 18. Februar im Goethe-Gymnasium Bischofswerda statt.
... seit November 2005 arbeiten wir an der Staatsoperette Dresden mit jungen Musikern an der Eigenproduktion "Jesus on Tour", die am 7. April ihe Voraufführung in Schmiedeberg und am 26. April ihre Uraufführung an der 56. Mittelschule in Dresden-Trachau hatte.

... im Oktober 2005 waren wir zum vierten Mal Gastdozenten an der Fachhochschule Stralsund um ein Seminar zu Persönlichkeit und Kreativität zu leiten
... BÜHNENSTICH, eine Theatergruppe, die wir in der Blauen Fabrik von September 2004 bis Juni 2005 geleitet haben, hat sich mit dem Thema "Wir leben ja automatisch für andere" auseinandergesetzt.
... im April und Mai 2005 waren wir zweimal an der Ostsee und haben mit FSJ-lern ihre Arbeit in Sozialen Einrichtungen in Märchenwelten oder griechische Mythologien übersetzt. Da gabs zum Beispiel Kardinäle, die den alternden Papst sehr respektlos behandelt haben. Der junge Mann, der diese Szene entwickelt hat, arbeitet im Altenheim ...

... seit Januar 2005 betreuen wir die jüngeren Gäste der Staatsoperette Dresden theaterpädagogisch
... im Wintersemester 2004/ 05 haben wir die "Neuen" des Studententheaters der TU für "die bühne" fit gemacht. Als Präsentation gabs eine Serie von Dialogen aus allen Erdteilen der Theaterliteratur - von Willi Shakespeare bis Dario Fo.
... "Dresden grüßt seine Gäste" hieß das Theaterstück, das wir mit Jugendlichen am Staatsschauspiel Dresden zum Thema Asyl entwickelt haben.


... Vom 31.10. bis 5.11.2004 waren wir in Lubmin und haben mit Schülern des Gymnasiums Wolgast und des Lyzeums Goleniów (Polen) ein Theaterstück entwickelt. Es ging um deutsch-polnische Vorurteile: Wir inszenierten eine Hochzeit und so trafen, alle freundlich, eine deutsche und, die Mütter beäugen sich, eine polnische Familie aufeinander ...

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